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Ist Kultur Luxus? En Detail:

FOLGENDES: „Gerade in Krisenzeiten versichern wir uns dessen, was uns ausmacht.“

Ich spreche aus meiner Sicht der Kunstgeschichte. Ein vielleicht einseitiger Blick für das Thema aber sonst zu umfänglich; nicht sinnführend für den Moment. Glücklicherweise gibt es die Geistes- und Sozialwissenschaften, die ihre Antwort(en) zur Frage finden. Das ist auch gut so – schlichtweg langweilig wäre es und der Textbeitrag nach wenigen Worten am Ende.

Seit knapp einer Woche zieht der Lockdown Light durch die Kulturlandschaft. Noch ist eine objektive Berichterstattung in den Medien zu finden. Doch Kulturschaffende und Kulturorte müssen aktiv bleiben, ihre Stimme gleichbleibend auf dem Level des Hörbaren halten, um nicht unterzugehen. Die steigenden Fallzahlen lassen keine große Hoffnung aufkommen, dass es im Dezember zu Lockerungen kommen wird. Warum empfinde ich gerade jetzt Kultur als Luxus? Wie wurde Kultur zu meinem Alltag, dass es mir jetzt so schmerzlich fehlt?

„Gerade in Krisenzeiten versichern wir uns dessen, was uns ausmacht.“

Die Geschichte um dasbildvoncorot habe ich vor Kurzem erzählt. Die bildende Kunst begleitet mich im Grunde schon Ewigkeiten, sie ist ein fester Bestandteil, ein alltägliches Unterfangen ohne jemals eine Last gewesen zu sein, ohne dass ich von ihr Abstand gebraucht hätte. Kultur in Form von Bildender Kunst, des geschriebenen Wortes oder Theater/Oper/Schauspiel sind der Ausdruck unserer kreativen, fühlenden und sinnierenden Gesellschaft. Gerade jetzt wird vielfach dokumentiert wie sehr Zeit und Geld aber auch wie viele Gewerke an einer Kunst- und Kulturschaffenden Gesellschaft beteiligt sind. Kultur im Alltag ohne Pandemie zog fröhlich mit uns oder neben uns her. Wir machten davon Gebrauch. Wir konnten uns mit ihr abmühen, konnten uns ihr aber auch einfach nur hingeben.

Dieser Moment absoluter Konzentration und Kontemplation wird seit Beginn der Pandemie eingeschränkt bzw. ganz gestrichen. Die Kultur wird den Umständen angepasst, ihr Genuss auf Abstand gehalten. Zwangsweise fand eine Verschiebung und Neuorientierung statt. Kultur erstarrte in ihrer direktesten Form des Ausdrucks. Produzent und Konsument suchten alternative Möglichkeiten einer Nähe trotz Distanz. Im digitalen Raum fand man sie.

Warum ich die Frage nach Luxus und Kultur stelle? Wer bleibt am Ende übrig um sich hartnäckig für seinen Luxus einzusetzen? Ist Kultur ein Luxusgut? Wenn der Mensch zuerst seine Grundbedürfnisse erfüllt, die neuen Herausforderungen ins Leben zu inplementieren, woher soll die Energie kommen sich für Kultur einzusetzen. Wann kommt der Schlüsselmoment Kultur wieder einziehen zu lassen, sie auf die Szenerie angepasst zu inhalieren.

Für die Kultur ist „funktionierende“ Gesellschaft wichtig, sie können nur in einer Koexistenz bestehen bleiben. Ist der Konsument nicht mehr in der Lage (analog oder digital) zu genießen, bleibt das Publikum fern. Es wird still.

Weiteres zum Thema

Vortrag: Ist Kultur Luxus? Von Prof. Dr. Christine Weder vom Departement für deutsche Sprache und Literatur der Universität Genf.

Die wundervolle und beeindruckend schnell organisierte Sonderausstellung Systemrelevant der Kunsthalle Karlsruhe, inkl. Booklet. Diesem Haus lohnt es sich auf diversen Kanälen zu folgen, hier mal der Instaaccount:

https://www.instagram.com/kunsthalle_ka/

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